🇬🇧 English Version below

Wir haben einen Brief an unseren Rektor Prof. Rüdiger geschrieben, in dem wir das Rektorat dazu auffordern, eine Öffnungsstrategie für die RWTH zu erarbeiten (siehe unten).📧

Wir sind um die psychische Gesundheit der Studierenden besorgt und fordern eine Perspektive für das Hochschulleben nach der 3. Welle, damit wir Studis zumindest ein kleines Licht am Ende des Tunnels sehen können.🌻

Wir wünschen uns die frühzeitige Erarbeitung von Konzepten, die dann schnell greifen können, sobald die Infektionslage dies zulässt.📃✅

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Rüdiger,

als Grüne Hochschulgruppe wenden wir uns an Sie mit der nachdrücklichen Bitte, eine Öffnungsstrategie für gewisse Bereiche der Hochschule vorzusehen. Aus Gesprächen und Umfragen mit Kommiliton*innen nehmen wir dringenden Handlungsbedarf wahr, da die psychische Gesundheit der Studierenden nach einem Jahr im rein digitalen Modus, ohne jegliche Präsenzperspektive und mit der Aussicht auf ein drittes Onlinesemester, massiv leidet. Das Gefühl, im „luftleeren Raum“ zu studieren, die fehlenden Möglichkeiten der Vernetzung, die fehlenden Lernräume und vor allem der nicht stattfindende Austausch mit anderen Studierenden in dieser für junge Menschen entscheidenden Phase werden als fundamentale Belastung empfunden. Umfragen belegen die starke Zunahme von Vereinsamung, Depressionen und Angststörungen unter Studierenden. Umgekehrt hören wir von Studierenden aus anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Frankreich, dass dort trotz hoher Inzidenzzahlen Studierenden eingeschränkter Zugang zur Hochschule (ein Tag pro Woche) ermöglicht wird, was von Studierenden sehr positiv bewertet wird. Diese erweisen sich als umsichtig und wissen mit den ihnen gebotenen Möglichkeiten umzugehen. Diese Umsicht trauen wir auch Studierenden an unserer Hochschule zu.

Uns ist natürlich bewusst, dass aktuell in der 3. Welle noch große Einschränkungen notwendig sind. Dennoch bitten/erwarten wir, dass jetzt Konzepte erarbeitet werden, die dann schnell greifen können, wenn das Infektionsgeschehen es zulässt.

Folgende Vorschläge haben wir erarbeitet:

  1. Lernräume: Nach Abklingen der 3. Welle könnte es wieder möglich sein, Lernräume zu öffnen und kleine Seminare und Tutorien in Präsenz stattfinden zu lassen. Das würde u.E. erheblich zur Qualitätssteigerung der Lehre und zur Effizienz des Lernens beitragen. Realisiert werden könnte diese Öffnung mit Hilfe von Schnelltests, die entweder von der Universität, dem Land Nordrheinwestfalen oder dem Bund gestellt werden. Die Beschaffung der Tests sollte genauso geregelt werden wie bei den Schulen. Diese Seminare und Tutorien könnten in größeren Räumen stattfinden, d.h. mit mehr Abstand und Mund-Nasen-Schutz, da selbstverständlich Globalübungen und Vorlesungen weiterhin online gelehrt werden müssen.
  2. Ticketsystem: Für die Öffnung der Lernräume könnte ein Ticketsystem wieder eingeführt werden, ähnlich wie im letzten Sommersemester.  Dieses Verfahren hätte den Vorteil, dass an den einzelnen Tagen immer dieselben Personen in den Lernräumen sind. Die Studierenden scannen an ihrem Platz einen QR-Code, mit dem sie sich registrieren und durch den automatisch die Kontaktdaten erfasst werden. Ausgeführt werden könnte dies durch die „Luca-App“ oder durch eine integrierte Funktion in der RWTH-App. Die leerstehenden Räume wie Audimax, Carl, … könnten zu Lernräumen umfunktioniert werden. Ferner könnte man externe Räume (Hotels, Kongresszentren) anmieten, um die Kapazität zu erweitern.
  3. Kontaktbörse und Ersti-Gruppen: Um den für ein erfolgreiches Studium absolut essenziellen Kontakt mit Kommiliton*innen wieder zu ermöglichen, könnte man in allen Studiengängen und allen Jahrgängen wieder kleine „Ersti-Gruppen“ einführen. Die Studierenden könnten sich an einer „Kontaktbörse“ der Universität anmelden und würden dann in „zusammengewürfelten“ kleinen Gruppen unter strikter Berücksichtigung der Hygiene-Maßnahmen Studierende aus dem gleichen Semester kennenlernen.

Wir freuen uns auf Ihre Antwort!

Ihre Grüne Hochschulgruppe Aachen e.V.

Hinweis: Am 27.04.2021 haben wir ein Treffen mit dem Rektor, bei dem wir mit ihm über Klimaschutz und Nachhaltigkeit an der Hochschule, aber auch über unsere Vorschläge zur Öffnungsstrategie sprechen. Wenn Du Lust hast, bei uns mitzumachen, kannst Du uns hier kontaktieren. Den Link zum Treffen mit dem Rektor findest Du unter diesem Beitrag.

 🇬🇧 English version:

Dear Professor Dr. Rüdiger,

As a Green university group, we turn to you with the emphatic request to provide for an opening strategy for certain areas of the university. From conversations and surveys with fellow students, we perceive an urgent need for action, as the mental health of students suffers massively after a year in purely digital mode, without any perspective of presence and with the prospect of a third online semester. The feeling of studying in a „vacuum,“ the lack of networking opportunities, the lack of learning spaces and, above all, the lack of exchange with other students during this crucial phase for young people are perceived as a fundamental burden. Surveys show a sharp increase in loneliness, depression and anxiety disorders among students. Conversely, we hear from students in other European countries, such as France, that there, despite high incidence rates, students are allowed limited access to the university (one day per week), which is viewed very positively by students. They prove to be prudent and know how to deal with the opportunities offered to them. We also trust students at our university to have this prudence.

Of course, we are aware that currently in the 3rd wave, major restrictions are still necessary. Nevertheless, we ask/expect that concepts be developed now that can then quickly take effect when the infection event allows it.

We have developed the following suggestions:

Learning rooms: After the 3rd wave has subsided, it could again be possible to open learning rooms and allow small seminars and tutorials to take place in presence. In our opinion, this would contribute significantly to improving the quality of teaching and the efficiency of learning. This opening could be realized with the help of quick tests provided either by the university, the state of North Rhine-Westphalia or the federal government. The procurement of the tests should be regulated in the same way as for schools. These seminars and tutorials could take place in larger rooms, i.e. with more distance and mouth-nose protection, since global exercises and lectures must of course still be taught online.

Ticket system: a ticket system could be reintroduced for the opening of the learning rooms, similar to the one used last summer semester.  This procedure would have the advantage that the same people are always in the learning rooms on each day. Students would scan a QR code at their seat to register, which would automatically capture contact information. This could be executed through the „Luca app“ or through an integrated function in the RWTH app. Vacant rooms such as Audimax, Carl, … could be converted into learning rooms. Furthermore, external rooms (hotels, congress centers) could be rented to expand capacity.

Contact exchange and Ersti groups: In order to re-establish contact with fellow students, which is absolutely essential for successful studies, small „Ersti-Gruppen“ (first-year groups) could be reintroduced in all study programs and all years. The students could register at a „contact exchange“ of the university and would then meet students from the same semester in „thrown together“ small groups under strict consideration of the hygiene measures.

We are looking forward to your response!

Your Green University Group Aachen e.V.