„Campus Office ist wie ein eigenständiges Lebewesen, dessen Verhalten noch nicht ganz studiert wurde“ – Zitat eines Studenten
Einigkeit bei verschiedensten Fakultäten – hier gibt es sie. Studienanfänger aller Fachrichtungen sind ratlos, gestresst und unter Druck.
Das größte Problem für die Studienanfänger ist der Mangel an Information, der an unserer Hochschule anscheinend immens ist. Ob es jetzt um das sowieso viel zu unübersichtliche Campus Office System geht, das gerade erneuert werden soll, um über die ganze Stadt verteilte Veranstaltungen, für die man Straßenkarten braucht oder um den Studienverlauf und die sogenannten Laufzettel – es fehlen Ansprechpartner. Weder Lagepläne noch Tutoren konnten in diesem Chaos helfen. Besonders Studenten mit ausländischer Herkunft oder mit ungewöhnlichen Fächern haben hier sehr große Probleme. Wohnungssuche und Bafög – an wen kann ich mich wenden? Fragen, die kaum gelöst werden und die Studenten im ersten Semester im schwierigen Einstieg noch zusätzlich quälen.
Auch die Organisation der Uni scheint nicht nur für die Geisteswissenschaftler ein Problem zu sein, bei denen Seminare mit weniger als 35-40 Studenten eine Seltenheit sind und oft werden sie „wegen Überfüllung geschlossen“. Teilweise geht es so weit, dass man keine Veranstaltung mehr belegen kann – und dann? Im nächsten Semester doppeltes Arbeitspensum. Beispiel Geschichte: Von sechs Seminaren werden 5! Dienstags angeboten. Wenn jemand durch das zweite Fach Dienstags keine Zeit hat, muss er darauf hoffen, per Los in die einzige Veranstaltung zu kommen die passt. Wahrscheinlicher ist es jedoch im nächsten Semester zwei Seminare belegen zu müssen – mit jeweils 4 SWS, einer Hausarbeit und einer Klausur. Und wenn es dann nicht passt – Pech gehabt. Anmeldefristen enden vor Semesterbeginn. Für Studienanfänger nun wirklich unpraktisch, aber gerade das historische Institut scheint es mit Machbarkeit nicht so genau zu nehmen. Wie lässt sich sonst erklären, dass der Sprachkurs Latein parallel zur Einführungsvorlesung Mittelalter, der einzigen, die angeboten wurde, lag? In den Naturwissenschaften ist Biologie ähnlich unorganisiert. Was man überhaupt belegen muss, ist den wenigsten klar. Überfüllte Hörsäle gibt es überall – und somit schlechte Lehr- und Lernbedingungen.
Ein ähnliches Chaos herrscht was die Anforderungen für Veranstaltungen angeht: Wie kann es sein, dass man für einen TN wöchentliche Hausaufgaben machen muss? Die Dozenten entscheiden, deshalb. Und ohne Ahnung von neuer Prüfungsordnung und ohne Vorgaben verlangen sie, was sie selbst noch im Diploma-Studiengang gelernt haben – unmöglich im Bologna-System, meinen viele.
Das Fazit: Wenn schon Bologna, dann richtig. Mit Leuten, die wissen, wie es geht. Ausführliche Tutorien VOR Studienbeginn oder ein höheres Angebot von Vorkursen – in Germanistik vorhanden und hoch gelobt – DAS wünschen sich die Studenten. Lagepläne und Auskünfte über L2P und Campus Office könnte man dort verteilen oder auch einfach mal darauf verweisen, an wen man sich für Problemlösungen wenden kann. Mehr HiWi-Stellen oder engere Zusammenarbeit mit dem Seniorat, so Ideen der Studenten, könnten dies gewährleisten. Wegweiser z.B. am Westbahnhof oder in/an Hochschulgebäuden wären willkommene Ergänzungen zu den unklaren Angaben, die man online findet.
So schwer kann das doch nicht sein, oder? Vor allem sind dies Probleme, die das Studium direkt beeinträchtigen. Neben ihnen sind Themen wie die katastrophalem Mensen eher untergeordnet. Kein Wunder,. Bei dem Organisationschaos und den langen Wegen in kurzen Pausen zwischen Veranstaltungen hat man keine Zeit, auch noch darauf zu achten. Man hastet durchs Studium ohne sich umzusehen.
Wir, die Grüne Hochschulgruppe, versprechen, uns eurer Sorgen anzunehmen. Wir werden mit den Institutionen sprechen und sagen, was euch bewegt – und vielleicht können wir so gemeinsam etwas bewegen. Aktuelles dazu erfahrt ihr hier auf der Homepage.
Wir danken für die Teilnahme an der Umfrage und denkt an die Verlosung! Gewinnzahlen sind, wie auch im vorherigen Artikel steht: 172, 418, 142. Meldet euch unter ghg-aachen@gmx.de.
Denn wir wollen Gemeinsam Hochschule Gestalten!
