Am vergangenen Wochenende wurden in den Städten Aachen und Stolberg mal wieder verschiedenste Orte zur Angriffsfläche von rechtsradikalen Schmierereien. So konnte man am Montagmorgen am Jüdischen Friedhof in Aachen an der Lütticher Straße Parolen wie „Juden den Gashahn aufdrehen“ lesen.
Diese Aktionen scheinen jedoch keine spontanen Anfälle blinder Zerstörungswut gewesen zu sein, denn insgesamt fielen zehn verschiedene Außenmauern der Attacke der Neonazis zum Opfer.
Auch Parteibüros von SPD (Stolberg), GRÜNEN und LINKEN (beide Aachen) waren Zielscheibe dieses sinnlosen Treibens.
Zu diesen Vorfällen melden sich Jusos (Kreis und Stadt Aachen), Grüne Jugend Aachen (Städteregion) und Grüne Hochschulgruppe (RWTH) gemeinsam zu Wort und fragen sich, was diese Menschen für eine Reaktion erwarten. „Sollen wir, die Geschädigten, uns durch Malereien in Form von Sonnenblumen, Igelchen, roten Rosen oder Ähnlichem revanchieren? Oder war das Unternehmen Ausdruck eines Mangels an Aufmerksamkeit, den ihnen die Gesellschaft entgegenbringt?“, so Eva Malecha, Sprecherin der Grünen Hochschulgruppe. Eine Botschaft sei dahinter nicht erkennbar.
Dominic Gohla, Vorsitzender der Jusos Aachen, meint dazu: „Die Übergriffe zeigen, dass wieder vermehrt Gruppen, die freies Gedankengut ablehnen und Mitbürger bloß nach Herkunft, Hautfarbe, Glaube, Geschlecht oder Vorlieben verurteilen und ihrer Selbstjustiz zum Opfer machen, in unserer Gesellschaft höchst präsent sind.“ Die Angriffe auf die Büros haben gezeigt, dass diese rechtsextremistischen Gruppen kein Verständnis für Demokratie und soziales Miteinander haben. Diese Angriffe seien nicht nur auf die Parteien gerichtet, sondern auch auf deren Sympathisanten, deren Wähler und alle Unterstützer der Demokratie.
Leider häufen sich in letzter Zeit derartige Vorfälle.
„Um dagegen besser und effektiver vorgehen zu können, fordern wir unter anderem, dass wir am Runden Tisch der Stadt Aachen partizipieren dürfen. Wir hoffen auf eine friedliche und baldige Lösung des Problems“, schließt Kathrin Wallraven für die Grüne Jugend.
